Im Rahmen der Projektwoche zum Thema Demokratie besuchte die Klasse 9a das NS-Dokumentationszentrum im Kölner EL-DE-Haus.

Bei einer Führung durch die ehemalige Gestapo-Zentrale und die original erhaltenen Gefängniszellen im Keller erhielten die Jugendlichen eindrucksvolle Einblicke in die Schrecken der NS-Zeit.

Zusätzlich nahm die Klasse an einem interaktiven Workshop teil. Anhand realer Lebensgeschichten setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus in der Gesellschaft damals und heute auseinander.

Die Verknüpfung von historischem Lernen und aktueller politischer Bildung förderte das kritische Denken der Klasse.

Der Besuch sensibilisierte die Schülerinnen und Schüler dafür, aus der Geschichte zu lernen und sich aktiv für ein tolerantes Miteinander einzusetzen.

Menschen, deren Geschichte wir im Workshop kennengelernt haben:

Ein türkisch-stämmiger Mann berichtet über die anfangs ungerechten Ermittlungen der Polizei nach einem rassistischen Bombenanschlag in der Keupstraße in Köln.

Ein dunkelhäutiger Projektleiter wird als Student von seinem Matheprofessor benachteiligt, weil er angeblich als Afrikaner kein Mathe könne. Später wird er auf der Baustelle nicht als „der Chef“ ernst/wahrgenommen.

Eine Frau aus Syrien erzählt, wie sie wegen ihres Aussehens und ihrer Herkunft ausgegrenzt wird. Sie hat Angst vor Abschiebung und viele sagen ihr, sie müsse bald zurück in ihr Land.

Eine jüdische Frau aus Deutschland wird nicht als Deutsche anerkannt, sondern nur auf ihren jüdischen Glauben reduziert.

Eine Frau wird wegen ihres Kopftuchs immer wieder in der Öffentlichkeit angemacht und beleidigt.

Auch wenn ihr Menschen manchmal zur Seite stehen, spürt sie jeden Tag beim Bahnfahren, dass sie diskriminiert wird.

Was ist das El-De-Haus?

Im El-De-Haus befindet sich das NS-Dokumentationszentrum. Es ist der zentrale Ort für die kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Köln und Umgebung.

Als zeitgeschichtliches Museum und Gedenkstätte sammeln und bewahren sie Zeugnisse und Lebensgeschichten zur NS-Zeit, forschen und machen Ausstellungen.

Mit Bildungs-, Beratungs- und Veranstaltungsangeboten richten sie den Blick auch auf die heutige Gesellschaft, wollen informieren und sensibilisieren. Gegenüber den Opfern der NS-Verfolgung und ihren Angehörigen sehen sie sich in besonderer Verantwortung.

Sitz des NS-Dokumentationszentrums ist die ehemalige Gestapo-Zentrale im EL-DE-Haus, mitten in Köln.  Das EL-DE-Haus (ausgesprochen „L-D-Haus“) hat seinen Namen von den Initialen seines Erbauers und Bauherrn, dem Kölner Kaufmann und Uhren-Großhändler Leopold Dahmen.

In den Gefängniszellen im Kellergeschoss führen hunderte Wandinschriften der Häftlinge den nationalsozialistischen Terror eindrücklich vor Augen. Die in diesen Spuren dokumentierte und einst vom Haus aus organisierte Gewalt macht das NS-Dokumentationszentrum begreifbar.

Neben der Gedenkstätte und dem Museum kann man dort interessante Führungen und Workshops besuchen.